"Ich und Du und Tausend Fragen"
Bürgerzentrum Alte Feuerwache, KölnLobende Erwähnung
Kinder drehen einen Film über ihre kulturellen Hintergründe
Die Grundidee für den Film war, dass Kinder - es haben insgesamt 14 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren an dem Projekt teilgenommen - unterschiedlicher kultureller Hintergründe gemeinsam in eine Ausnahmesituation geraten.
Die Rahmengeschichte mit dem Titel "Kellergeschichten" beinhaltete, dass die Kinder für eine Zeit zusammen im Keller der "Alten Feuerwache" eingesperrt sind und in dieser Situation in einen persönlichen Austausch über verschiedene Themen ihrer Kulturen kommen.
Ziele des Projekts
Kinder sollen
- gemeinsam einen Film gestalten.
- erfahren, wie ein Film aufgebaut ist.
- in einer Gruppe mit Kindern unterschiedlicher Kulturen zusammenarbeiten.
- sich ihres spezifischen kulturellen Hintergrundes bewusst werden.
- ihre Kultur positiv erleben.
- andere über ihre Kultur informieren und darüber ins Gespräch kommen.
- Unterschiede und Gemeinsamkeiten verschiedener Kulturen wahrnehmen.
- in ihrer Ausdrucks- und Gestaltungsfähigkeit gefördert werden.
- in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt werden.
Am ersten Nachmittag wurde den Kindern ein kleiner Film gezeigt, in dem sich die beiden Medienpädagoginnen und der Praktikant, der das Projekt unterstützt hat, vorgestellt haben.
Für den nächsten Nachmittag erhielten die Kinder die Aufgabe, einen Gegenstand aus ihrer Kultur mitzubringen. Am zweiten Nachmittag erfolgte die Vorstellung der verschiedenen Gegenstände. Einige waren eher sehr persönlich ausgewählt, andere zeigten stärker den kulturellen Hintergrund auf. Gegenstände waren z.B. bei einem deutschen Kind eine Kartoffel bei einem griechischen Kind ein Männchen, das die Olympiade symbolisierte und bei einem türkischen Kind besondere Perlen, die das schützende Auge darstellten.
In Form eines Brainstormings wurden die Themen für den Film gesammelt. Ergebnisse waren z.B. der Wunsch, Reporterin sein, das muslimische Zuckerfest zu feiern oder das Problem von unterschiedlichen Sprachen aufzugreifen.
In allen Einheiten wurden Spiele eingesetzt, um gemeinsam in den Nachmittag einzusteigen, das Gruppengefühl zu fördern, Themen zu erarbeiten, szenische Darstellung zu üben oder die Technik kennen zu lernen.
Am dritten Nachmittag wurde den Kindern die Rahmenhandlung vorgestellt. Die ursprüngliche Rahmengeschichte war dahingehend verändert worden, dass die Kinder im Filmgeschehen statt im Keller im Aufzug der Alten Feuerwache festsitzen.
Die Kinder wurden nach möglichen Situationen bzw. Themen für die einzelnen Episoden befragt, die in ihrem Erleben für ihre verschiedenen Kulturen charakteristisch sind. Genannt wurden Essen, Sprache, Aussehen und Feste.
Im späteren Verlauf des Projektes wurden dann letztendlich praktische Erwägungen (z.B., ob wir die Erlaubnis erhielten, die Familie eines Kinder beim Essen zu filmen) zur Entscheidungsgrundlage dafür, welche Themen für den Film ausgewählt wurden.
Ein Teil des Films sollte darin bestehen, dass die Kinder Interviews mit Erwachsenen durchführen, wodurch das Thema "Zusammenleben verschiedener Kulturen" ergänzend beleuchtet werden soll.
Am vierten Tag standen zunächst wieder Übungen zur Handhabung der Technik und Filmgestaltung im Vordergrund. Dazu wurden Spiele wie Einfrieren, Bilderrätsel und darstellende Spiele eingesetzt. An diesem Nachmittag erfolgten die ersten Dreharbeiten und die Kinder haben mit den Interviews begonnen.
Bei den Dreharbeiten für die Interviews hatten die Kinder verschiedene Aufgaben zur Wahl:
die Fragen stellen, den Ton aufnehmen und dabei mit Kopfhören mithören oder die Kamera halten. Da ein professioneller Film entstehen sollte, wurde ergänzend immer mit einer zweiten Kamera gearbeitet, die von einer der beiden Medienpädagoginnen oder von dem Praktikanten geführt wurde.
In der zweiten Projektphase wurde pro Treffen je ein Dreh erarbeitet. Die Kinder erlebten, wie aufwendig die Entstehung eines Films ist, denn im Schnitt wurde jede Szene fünfmal gedreht.
Auch in der zweiten Projektphase war es ein wesentliches Ziel, den Kindern in kleinen Schritten und auf spielerische Weise Filmaufbau und Filmgestaltung zu vermitteln.
Ergebnis
Die Kinder haben durch das Filmprojekt eine konkrete Vorstellung bekommen, wie ein Film entsteht. Sie haben selbst erlebt, dass viele Stunden Arbeit notwendig sind, um wenige Filmminuten zu produzieren.
Fast alle haben das Projekt als anstrengend und intensiv erlebt, hatten aber auch viel Spaß.
Wesentlich für die Zufriedenheit der Kinder war die Vielfalt der Aufgaben: manche waren mit der Durchführung der technischen Aufgaben glücklich, während sich andere lieber vor der Kamera darstellen wollten.
Grundsätzlich fanden es alle Kindern sehr reizvoll, die Technik auszuprobieren.
Der Film wurde im Dezember von den beiden Medienpädagoginnen geschnitten: aus neun Stunden gedrehter Zeit entstand ein Film von 25 Minuten.
Der Film mit dem Titel "Du und ich und tausend Fragen" wurde in einer feierlichen Film-Premiere -eröffnet vom Bezirksbürgermeister- auf einer großen Leinwand vor ca. 100 BesucherInnen gezeigt.
Da der Film dem Bezirksbürgermeister sehr gut gefallen hat, wurden wir im März 2007 mit dem Film zu einer Sitzung der Bezirksvertretung eingeladen. Auch dort haben die Kinder im Anschluss an die Filmvorführung Fragen der BezirkspolitikerInnen beantwortet und die offizielle Wertschätzung und das gemeinsame Foto mit dem Bezirksbürgermeister genossen.
Initiative
Bürgerzentrum alte Feuerwache
Melchiorstr. 3
50670 Köln
Telefon 0221 / 97 31 55 11
Fax 0221 / 97 31 55 26
Email kinderbereich@altefeuerwachekoeln.de
Ansprechpartner/in
Peter Struzina / für das Projekt: Birgit Breuer





